Auf den Spuren von Drachen und Landvögten

Vereinsausflug auf Schloss Lenzburg

Bei herrlichem Herbstwetter führte uns der diesjährige Vereinsausflug auf Schloss Lenzburg. Schon die Anreise versprach einen abwechslungsreichen Tag – und spätestens bei der Ankunft war klar: Hier gibt es einiges zu entdecken!

Unter der kundigen und kurzweiligen Führung einer Archäologin begaben wir uns auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte des Schlosses. Als Wegweiser dienten uns fünf besondere Objekte, die uns jeweils eine andere Facette der Vergangenheit näherbrachten.

Den Anfang machte ein Drachenzahn. Damit waren wir bereits mitten in der Sagenwelt rund um die Entstehung der Burg und lernten natürlich auch Fauchi kennen, den Hausdrachen von Schloss Lenzburg. Ob er tatsächlich so friedlich ist, wie er aussieht, blieb allerdings offen.

Ein Aquamanile führte uns weiter in die Gebräuche der Menschen, die einst auf der Burg lebten und wirkten. Mit Hammer und Meissel ging es anschliessend an die Bausubstanz: Wir tauchten in die Baugeschichte des Schlosses ein und verfolgten dessen Entwicklung von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. Dabei wurde deutlich, dass an einem Schloss nicht nur gebaut, sondern offenbar auch immer wieder umgebaut, erweitert und verändert wird.

Die Berner Flagge erinnerte uns an die Zeit der Berner Herrschaft von 1433 bis zur Gründung des Kantons Aargau. Besonders beeindruckend war die grosse Zahl der Berner Landvögte, die während dieser Zeit auf Schloss Lenzburg residierten und die Interessen Berns wahrnahmen. Man könnte fast sagen: Im Schloss ging es damals mindestens so geschäftig zu und her wie an mancher heutigen Vereinsversammlung.

Zum Abschluss führte uns ein Zählrahmen in den wunderschönen barocken Schlossgarten. Dort erfuhren wir Interessantes aus der Zeit von 1803 bis 1853, als Schloss Lenzburg ein Knabeninternat beherbergte. Ob der Zählrahmen damals vor allem für Rechenaufgaben oder auch zum Zählen der anwesenden Knaben gebraucht wurde, wissen wir nicht – spannend war die Geschichte allemal.

Nach so viel Geschichte und Kultur war es höchste Zeit für eine Mittagspause. Auf der Terrasse genossen wir unser Essen und den herrlichen Blick über den Barockgarten. Anschliessend blieb genügend Zeit, das Schloss auf eigene Faust zu erkunden, die Eindrücke zu vertiefen oder einfach die Herbstsonne zu geniessen.

So ging ein abwechslungsreicher und geselliger Ausflug zu Ende – mit vielen neuen Eindrücken, interessanten Geschichten und hoffentlich ohne Begegnung mit Fauchi!