Die Herrschaft unbekannter Ausdehnung mit der Burg Laubegg (1325 Loubegga) als Zentrum lag hoch über der Talenge beim Laubeggfall und war wie die nahe Burg Tannenberg nach 1300 in der Hand der Freiherren von Strättligen. 1336 verkaufte er beide Burgen und die Herrschaft an den Grafen von Greyerz. In der Auseinandersetzung der Berner gegen die von Greyerz zerstörten die Berner 1349 die Burg Laubegg, die Herrschaft Laubegg gelangte 1356 an die Freiburger Familie von Düdingen und 1378 weiter an die Stadt Freiburg. Im Sempacherkrieg zwischen Freiburg und Bern 1386 wechselten die Besitzrechte an Bern, die Gerichtsrechte wurden dem bernischen Niedergericht Boltigen (Kastlanei Obersimmental) übertragen. Von der einst grossen Burg Laubegg sind heute nur noch Mauerspuren und zwei Halsgräben sichtbar geblieben.

Die Bilder der Burg sind eine Möglichkeit wie es damals ausgesehen haben könnte....

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Zeichnung Werner Suter

LAUBEGG
Die Ruine Laubegg liegt zwischen Garstatt und Grubenwald im oberen Teil des Simmentals, dort wo die Simme, durch hohe, enge Felsen sich zwängend, scharf nach Westen durchbricht. Hoch über den schäumenden Wassern, auf Steiler Fluh, mag der Ortskundige noch einen Stattlichen Streifen Starken Mauerwerks erkennen, das die hochragende Burg einst gegen Südwesten hin zu schützen bestimmt war. Dort und von Norden her, wo in alter Zeit die Tal Straße mühsam den Laubegg- Stalden erklomm, mochte die Laubegg erstürmbar sein; die andern Seiten schützte der unwegsame, jähe Fels.
Die Geschichte der Burg Laubegg ist uns nur in einem kurzen Zeitraum, in den Jahren 1326 bis 1386, bekannt. Zur Zeit ihrer ersten Erwähnung bildete sie einen Teil des Strättlinger Besitzes im Obersimmental, den besten und liebsten wohl, denn Heinrich von Strättlingen, der auch Herr zu Mannenberg war, pflegte sich fast immer nur nach seiner Burg Laubegg zu benennen. Es scheint, dass im Gegensatz zur Herrschaft Mannenberg, die dem Reich zustand und von ihm zu Lehen ging, Laubegg Eigengut des Hauses Strättlingen gewesen sei.
Wie lange die Burg Laubegg schon vor 1326 im Besitz der Strättlinger sich befunden und ob sie vorher als Burg anderer Herren gedient habe, lässt sich nicht mehr ermitteln. Zurzeit, in der wir zum ersten Mal von ihr hören, war der Glanz des Strättlinger Hauses vorbei. Schulden drückten und zwangen zum Verkauf der Besitzungen. Kirche und Kirchensatz zu Zweisimmen, die auch Herrn Heinrich von Strättlingen auf Laubegg gehörten, machten den Anfang und gingen in den Besitz des reichen Interlakener Klosters über. Das war im Jahre 1335. Übers Jahr folgte der Verkauf von Spiez, das einem Verwandten Heinrichs, dem Freiherrn Johann von Strättlingen und dessen Sohn Heinrich gehörte. Käufer war der Gegenschwäher, Johann von Bubenberg, Schultheiss von Bern. Berns Staatliches Interesse Stand hinter dem Kauf Zur selben Zeit musste Heinrich von Strättlingen - von Laubegg - seinen übrigen Obersimmentalerbesitz aufgeben. Auch hier kaufte ein Verwandter, Graf Peter von Greyerz. Heinrichs von Strättlingen Gemahlin Mermetta entstammte dem Greyerzer Grafenhause. Und auch hier werden neben wirtschaftlichen politische Gründe den Kauf befürwortet haben. Peter von Greyerz nahm unter den Gegnern Berns eine führende Stellung ein. Es waren die Jahre, in denen die Aarestadt den klärenden Feldzug gegen die Herren von Weißenburg durchführte, der das Niedersimmental und das Grenzland zwischen Nieder- und Obersimmental, die Herrschaft Simmenegg, in seine militärische Botmäßigkeit brachte.
Nun bildete die Laubegg den Vorposten der Feinde Berns im Simmental. 
Der Sieg von Laupen stärkte Berns Stellung. Doch allenthalben ging der Kampf weiter, nicht zum wenigsten im Simmental. Mit dem Banner zogen die Berner aus, um Seite an Seite mit den Weissenburger Herrschaftsleuten des Niedersimmentals die Grafen von Greyerz im Obersimmental zu bekriegen. Die Greyerzschen, verstärkt durch Zuzug der Freiherren vom Turn, damals Herren des Frutigtals, hatten von den Absichten Berns Wind bekommen und am Laubeggstalden einen Hinterhalt gelegt. Unordnung entstand in den Reihen der überfallenen Berner und mit knapper Not rettete Venner Peter Wendschatz das Banner. "ZeStunt wart derselbe venre mit werlicher hant erslagen als ein fromer getrüwer berner, der sin lip für die paner verlieren wolt", urteilt der Chronist Conrad Justinger, der uns den Hergang erzählt, wie Wendschatz, von Feinden umringt, mit letzter Kraft über ihre Häupter hinweg das Bärenbanner in die Reihen der Seinigen geschleudert habe. War das Banner gerettet, Berns Ehre blieb verletzt. Wenige Jahre später, 1349 tief im Winter, rüstete die Stadt einen neuen Auszug. Zahlreiches Volk, darunter Leute aus Thun und Frutigen, legte sich vor die feindlichen Burgen. Es war kurze Zeit nachdem der schwarze Tod, die Pest, in Stadt und Land Einkehr gehalten hatte. Ausgelassene Lebenslust mischte sich bei den Überlebenden mit kriegerischer Begeisterung, Pfeifen- und Trommelklang schallte aus den Lagern und in Sang und Tanz erhitzten sich die Gemüter. Im Rausche schier hub der Sturm auf die Festen an, deren Verteidiger dieser elementaren Wucht nicht Stand halten konnten. Wie Mannenberg, wurde die Laubegg gebrochen und nach diesem Auftakt das ganze Tal mit Brand und Tod, Raub und Plünderung heimgesucht. Wenige Jahre nach ihrer Zerstörung wechselte die Herrschaft Laubegg mitsamt der Burg den Herrn. 1356 verkaufte Peter von Greyerz dem Freiburger Jakob von Tüdingen seinen Obersimmentaler Besitz und im Hause Tüdingen verblieb die Laubegg bis, anlässlich des Sempacher Krieges, Bern sich des Obersimmentals endgültig bemächtigte.
Es scheint, die Burg Laubegg sei nach ihrer Zerstörung durch die Berner noch einmal aufgebaut worden. Wenigstens räumte Wilhelm von Tüdingen im Jahre 1377 Freiburg das Recht ein, seine obersimmeritalischen Burgen, darunter die Laubegg, als offene Häuser zu benutzen. Gewiss ist immerhin, dass die Burg Laubegg seit ihrer Zerstörung keine Bedeutung mehr erlangte, und dass sie, in welchem Zustand auch sie an die Berner übergegangen sei, von ihnen nicht mehr zu Ehren gezogen wurde.
Der vollkommen verwahrloste Zustand, in dem sich die Trümmer dieses geschichtlich bedeutenden Bauwerks heute befinden, lässt auf seine einstige Gestalt nur. unsichere Schlüsse zu. Es scheint, der Kern der Burg habe aus einem von Norden nach Süden gerichteten rechteckigen Wohnturm bestanden, der durch einen, talabwärts gerichteten, wahrscheinlich runden Wehrturm verstärkt gewesen zu sein scheint. Gegen Westen, der einen schwachen Seite der Burg, liegen gut erhaltene Reste einer (Ring) ... Mauer dem Turm vorgelagert. Eine in einiger Entfernung gegen den alten Laubeggstalden hin befindliche kreisrunde Mulde von etwa 6 Meter Durchmesser mag vielleicht ein schützendes Vorwerk bergen. Auch der unterhalb des Kerns klippenartig über die tief unten rauschende Simme vorspringende Felskopf war offenbar befestigt. Einer gewissen Deutung bietet die starke Überwucherung, die an den jäh abfallenden Stellen das Suchen nach Mauerresten nicht gerade einladend gestaltet, bedeutende Schwierigkeiten.

 

QUELLE: DIE BURGEN UND SCHLOSSER DES KANTONS BERN BERNER OBERLAND 1. TEIL
VON DR RUDOLF VON FISCHER BASEL VERLAG EMIL BIRKHÄUSER & CO

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Bild aus "Burgen Schlösser und Ruinen im Simmental" von Erich Liechti Wimmis

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Daniel Rindlisbacher

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